Eigentlich hätte mein erster Blogeintrag um etwas anderes gehen sollen, aber der Tag gestern brachte mich dazu, meinen heutigen ersten Eintrag einer ganz bestimmten Stadt und Sache zu widmen: Hiroshima und der Wunsch einer Welt ohne Atomwaffen.

Denn gestern war der Jahrestag des Atombombenanschlages auf Hiroshima.

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(A-bomb Dome – Weltkulturerbe, das als historisches Zeugnis den Horror des ersten Gebrauchs einer Atomwaffe vermittelt und als Weltfriedenmonument dauerhaft für Weltfrieden und die Abschaffung solcher Waffen appelliert)

Leider ein sehr ernstes Thema und es liegt mir sehr am Herzen. Anfang dieses Jahres habe ich nämlich selbst die Stadt Hiroshima besucht und die größte Zeit meines Aufenthalts dort im Friedenspark, Hiroshima Peace Memorial Museum und der Memorial Hall verbracht. Mehrere Stunden habe ich dort in der Audiobibliothek den Erinnerungen und schrecklichen Erfahrungen Überlebender gelauscht. Viele Geschichten haben mich zutiefst berührt.

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(Children’s Peace Monument – im Gedenken an alle Kinder, die aufgrund der Atombombe Hiroshimas gestorben sind. Das Monument wurde ursprünglich durch den Tod von Sadako Sasaki inspiriert, die der Strahlung der Atombombe im Alter von 2 Jahren ausgesetzt war und 1955 im Alter von 12 Jahren starb. In Japan sagt man, wenn man 1000 Origamikräne faltet, geht ein Wunsch in Erfüllung. In der Hoffnung, dass das Falten 1000 Kräne ihre Krankheit heilen würde, faltete Sadako ein Kran nach dem anderen. Sie starb bevor sie fertig war. Sadako’s Geschichte verbreitete sich auf der Welt und Papierkräne sind ein internationales Symbol für Frieden geworden. In den Vitrinen um das Children’s Peace Monument findet man haufenweise gefaltete Kräne, geschickt von Menschen aus aller Welt.)

Doch sogar mehr bewegt hat mich etwas anderes: die Tatsache, dass viele Länder heute noch Atomwaffen besitzen und Tests damit durchführen (US, Frankreich, GB, Russland, China, Israel, Indien, Pakistan, Nordkorea… – letzter Test der USA 12 Dezember 2012). Nachdem ich mich gerade eben stundenlang mit dem Grauen des Ereignisses in Hiroshima befasst hatte, machte mich das dermaßen wütend! Es gibt doch nichts Schrecklicheres als wenn die Menschheit aus ihrer Geschichte nicht lernt! Viel zu schlimm genug, dass die Atombombenanschläge in Hiroshima & Nagasaki passiert sind, aber wenn die USA und viele andere Länder HEUTE noch fröhlich die Atombomben in der Wüste, im Meer oder unter der Erde in die Luft jagen, dann ist das sowas von respektlos und beschissen, dass ich keine Worte dafür finde. Natürlich macht das der Umwelt auch ganz bestimmt nichts aus (wer’s glaubt!).

"Watch Tower", Hiroshima, Japan, Friedenspark, Nukleartest, Test Atomwaffen, Uhr"Watch Tower", Hiroshima, Japan, Friedenspark, Nukleartest, Test Atomwaffen, Uhr, letzter Test Atomwaffen, USA

(Peace „Watch“ Tower – Das obere Display zeigt die Anzahl der Tage seit die Atombombe auf Hiroshima geworfen wurde und das untere zeigt die Anzahl der Tage seit dem letzten Atomtest.)

Ich hoffe wirklich von ganzem Herzen, dass die Stadt Hiroshima in Zusammenarbeit mit der UN es schafft, bis 2020 die Atomwaffen abzuschaffen!!!

– Avilia

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(Gedenkmonument für Hiroshima, Stadt des Friedens und Mahnmal für die Opfer der Atombombe – „Mögen alle Seelen hier in Frieden ruhen, denn wir werden die Katastrophe nie wieder zulassen“ – Dieses Monument verkörpert die Hoffnung, dass die Stadt Hiroshima, die am 6. August 1945 durch den ersten Atombombenangriff der Welt zerstört wurde, für immer eine Stadt des Friedens sein möge. Der Steinsarkophag im Zentrum enthält das Register mit den Namen der verstorbenen Opfer der Atombombe.)

Hier Ausschnitte der Friedenserklärung 2013 des Bürgermeisters von Hiroshima:

„We greet the morning of the 68th return of “that day.” At 8:15 a.m., August 6, 1945, a single atomic bomb erased an entire family. “The baby boy was safely born. Just as the family was celebrating, the atomic bomb exploded. Showing no mercy, it took all that joy and hope along with the new life.”

[..] Indiscriminately stealing the lives of innocent people, permanently altering the lives of survivors, and stalking their minds and bodies to the end of their days, the atomic bomb is the ultimate inhumane weapon and an absolute evil. The hibakusha, who know the hell of an atomic bombing, have continuously fought that evil.

Under harsh, painful circumstances, the hibakusha have struggled with anger, hatred, grief and other agonizing emotions. […] But precisely because they had suffered such tragedy themselves, they came to believe that no one else “should ever have to experience this cruelty.”[…]

Even as their average age surpasses 78, the hibakusha continue to communicate their longing for peace. They still hope the people of the world will come to share that longing and choose the right path. In response to this desire of the many hibakusha who have transcended such terrible pain and sorrow, the rest of us must become the force that drives the struggle to abolish nuclear weapons.

To that end, the city of Hiroshima and the more than 5,700 cities that comprise Mayors for Peace, in collaboration with the UN and like-minded NGOs, seek to abolish nuclear weapons by 2020 and throw our full weight behind the early achievement of a nuclear weapons convention.

Policymakers of the world, how long will you remain imprisoned by distrust and animosity? Do you honestly believe you can continue to maintain national security by rattling your sabers? Please come to Hiroshima. Encounter the spirit of the hibakusha. […]

Today, a growing group of countries is focusing on the humanitarian consequences of nuclear weapons and calling for abolition.

[…] Recalling once again the trials of our predecessors through these 68 years, we offer heartfelt consolation to the souls of the atomic bomb victims by pledging to do everything in our power to eliminate the absolute evil of nuclear weapons and achieve a peaceful world.“

(Quelle: http://www.pcf.city.hiroshima.jp/declaration/English/2013/index.html)

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