Jetzt habe ich schon ein paar Blogeinträge geschrieben, die die „schrecklichen Folgen des Fleischkonsums“ erwähnen. Doch was sind diese schrecklichen Folgen eigentlich? Was sind allgemeine Gründe für den Veganismus?

Falls ihr euch noch nicht so sehr mit dem Thema auseinandergesetzt habt, fragt ihr euch das vielleicht. Deshalb möchte ich in den folgenden Blogeinträgen jeweils einen der Hauptgründe vorstellen, die gegen Fleisch-, Eier- und Milchkonsum und für eine vegane Lebensweise sprechen.

Grund eins:

Vegan für die Tiere

Der weltweite Fleischkonsum ist eindeutig zu hoch. Am Meisten leiden darunter logischerweise die Tiere. In Deutschland werden pro Tag ungefähr 2,5 Millionen Landtiere und 30,5 Millionen Fische gegessen*. Pro Tag! Und das beinhaltet noch nicht einmal die ganzen Tiere, die durch die Haltungsbedingungen sterben müssen oder getötet werden, da sie nicht zu gebrauchen sind.

Bei dieser enormen Anzahl ist es schlicht und einfach unmöglich den Tieren ein schmerzfreies Leben und Sterben zu ermöglichen. Auf der Erde ist nicht genug Platz für diese Tiere. Nur ca. 2 Prozent des deutschlandweiten Fleischkonsums stammt aus der Biohaltung. Viel mehr ist bei dem enormen Fleischkonsum auch nicht möglich! Deshalb gibt es Massentierhaltung, wo die armen Hühner, Schweine und Rinder eingepfercht werden, wo sie in ihrer eigenen Scheiße stehen müssen, ohne sich bewegen zu können, ohne sich hinlegen zu können und ohne jemals Tageslicht zu sehen zu bekommen. Die Tiere sind oft krank und werden mit Antibiotika vollgestopft. Bei der Biohaltung läuft das nicht besser. Dort ist es sogar verboten, die Tiere mit Medikamenten zu behandeln, wenn sie krank sind, sodass sie oft mehr leiden. Andere qualvolle Praktiken, wie Kastration, Brandmarkierung und Enthornung findet auch statt – egal ob bio oder nicht.

Wenn die Tiere nicht schon vorher sterben, landen sie im Schlachthaus. Dort wird im Sekundentakt getötet. Wie kann denn darauf geachtet werden, dass die Tiere schmerzfrei getötet werden, wenn sie am Laufband innerhalb einer Sekunde aufgeschlitzt werden? Es bleibt keine Zeit, nachzuprüfen, ob die Tiere wirklich betäubt sind. Es bleibt auch keine Zeit dafür zu überprüfen, ob die Tiere wirklich tot sind, wenn ihnen die Haut abgezogen wird, die Gedärme rausgeschnitten werden, sie in kochendes Wasser geschmissen werden. Tatsächlich wird die Anzahl der Tiere, die bei vollem Bewusstsein verarbeitet werden auf mehrere Tausend pro Tag geschätzt. Es sind also keineswegs nur ein paar Tiere!

Bei der Milch- und Eierproduktion läuft es kein Stück besser. Die Haltung ist fürchterlich und am Ende landen die Tiere auch im Schlachthaus – wenn sie nicht vorher schon verenden. Männliche Küken werden millionenweise vergast oder zerschreddert, weil man sie für die Eierproduktion nicht gebrauchen kann. Genauso läuft es bei der Milchproduktion ab. Die Milchkühe müssen geschwängert werden, sodass sie viel Milch geben. Die Kälber der Milchkühe werden ihren Müttern weggenommen (ein traumatisches Ereignis für eine Mutterkuh!). Die männlichen Kälber landen im Schlachthaus und die weiblichen erleiden das Schicksal einer jeden Milchkuh.

Alleine die Anzahl der konsumierten Fische zu verinnerlichen, müsste schon ausreichen, das schreckliche Ausmaß des Fischkonsums zu erkennen. Bei der Fischproduktion gibt es Fischfarmen, bei denen die Fische wie in der Massentierhaltung unter schlimmen Bedingungen gehalten werden, und den Fischfang. Bei letzterem leben die Tiere zwar in Freiheit, müssen aber auch qualvoll sterben, da sie oft nicht getötet werden, sondern einfach an der Luft ersticken. Da die Meere komplett ausgefischt werden, sind die meisten Fischarten gefährdet und vom Aussterben bedroht. Außerdem landen auch andere Tiere in den großen Fangnetzen, wie Seelöwen, Robben, Delfine usw., die dann verletzt werden oder sterben.

Für mich war das alles ganz unvorstellbar, als ich das erfahren habe. Das Ausmaß wird einem so richtig erst deutlich, wenn man es vor sich sieht. Falls ihr es euch nicht vorstellen könnt, falls ihr mir nicht glaubt, empfehle ich euch wirklich Dokumentationen anzuschauen.** Manchmal muss man es gesehen haben, damit man es glauben kann. Es ist wirklich die Wahrheit und es ist schrecklich. Und wenn es so schrecklich anzusehen, zu lesen ist, warum dann unterstützen? Warum Tiere essen?

Wenn du Tiere isst, wirst du vielleicht denken: „Aber das spricht ja nicht gegen den Fleischkonsum per se sondern nur gegen die schrecklichen Bedingungen.“ Ich kann diese Reaktion verstehen, sie ist ganz normal und auch ich habe mich so am Anfang verhalten. Doch ich bitte dich, weiter zu denken! Wie ich erklärt habe, ist die Biohaltung auch sehr schrecklich für die Tiere. Vergiss den hypothetischen Fall: „Wenn, wenn, wenn.“ Überleg dir wie viele Menschen es auf der Welt gibt. Wieviel Fleisch sie essen. Wie viele Tiere das benötigt. Auch wenn es vereinzelt Höfe gibt, wo es den Tieren wirklich noch gut geht, ist es nicht offensichtlich, dass das langfristig überhaupt nicht realistisch ist? Es ist überhaupt nicht möglich dass jeder Mensch jetzt nur noch Fleisch von Tieren isst, die ein schönes Leben hatten, wenn alle weiterhin genauso viel Fleisch essen wie vorher. Wo sollen denn die ganzen Tiere hin?

Am Ende stellt sich nur noch die Frage: findest du es schrecklich, wenn Tiere so leiden müssen? Wenn ja, willst du dann Teil davon sein? Oder willst du nicht viel lieber ein Zeichen gegen das Alles setzen? Nichts damit zu tun haben und aufhören Tiere zu essen?

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*2010 https://albert-schweitzer-stiftung.de/aktuell/deutsche-essen-uber-12-milliarden-tiere-pro-jahr

Bildquelle: http://www.sxc.hu/

** z.B. „Meet your meat – Peta“

oder Earthlings (aber Vorsicht, nicht alleine anschauen! Und unbedingt abbrechen, wenn es zu viel wird!)